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Wissen · 22.08.2026

Ein Agent ist am Ende auch nur ein Workflow

Warum der Begriff mehr verspricht, als in den meisten Projekten drinsteckt, und warum das eine gute Nachricht ist.

Ich habe meine Meinung dazu in diesem Jahr geändert. Lange klang KI-Agent für mich nach etwas grundsätzlich anderem als ein Workflow. Inzwischen sehe ich es nüchterner: Ein Agent ist ein Ablauf mit festen Schritten, der an bestimmten Stellen ein Modell fragt.

Was in der Praxis wirklich läuft

Unsere eigene Lead-Recherche läuft jeden Morgen, sucht Betriebe, bewertet Webseiten und legt Datensätze an. Der Anschreiben-Ablauf liest eine Kundenseite und schreibt einen Entwurf. Beides würde man heute Agent nennen.

Schaut man hinein, sind es Ablaufdiagramme. Auslöser, Schritte, Bedingungen, Fehlerpfade. An zwei oder drei Stellen wird ein Modell gefragt, weil dort etwas gelesen und eingeordnet werden muss. Der Rest ist Handwerk aus zwanzig Jahren Prozessautomatisierung.

Warum das eine gute Nachricht ist

Ein Ablauf mit klaren Schritten lässt sich testen, protokollieren und übergeben. Man kann sagen, was er tut, und man kann nachsehen, was er getan hat.

Ein System, das selbst entscheidet, welche Schritte es als Nächstes geht, kann man das nicht in gleicher Weise. In einem Betrieb, in dem jemand für das Ergebnis geradesteht, ist das kein Fortschritt, sondern ein Risiko.

Der spannende Teil ist deshalb selten die Autonomie. Er liegt in der Frage, an welcher Stelle im Ablauf ein Modell überhaupt gebraucht wird, und was passiert, wenn seine Antwort nicht stimmt.

Was das für ein Angebot bedeutet

Wenn jemand einen Agenten anbietet, ist die richtige Rückfrage nicht, welches Modell darin steckt. Sie lautet: zeig mir den Ablauf. Welche Schritte, welche Bedingungen, was passiert im Fehlerfall, wer bekommt Bescheid.

Kommt darauf keine klare Antwort, ist der Agent noch ein Prototyp. Prototypen sind in Ordnung, sie gehören nur nicht in den Betrieb.

Kurz gesagt

Fragt nach dem Ablauf, nicht nach dem Modell. Was sich nicht als Diagramm aufzeichnen lässt, lässt sich auch nicht betreiben.

Welcher Ablauf kostet euch jede Woche Zeit?

Dreißig Minuten, ohne Kosten. Danach weißt du, ob es sich rechnet.